Neue Bücher

Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl an neuen Büchern vor, die wir spannend, am Puls der Zeit gelegen oder einfach nur gut finden. Später bereichern diese dann unsere Lese-Tipps, in denen Sie unsere vergangenen Buchvorstellungen finden können.


Unsere neueste Bücher-Auslese!


Gebunden, Piper Verlag 2021,
246 S., 22,00 €,
ISBN 978-3-492-07068-3


Edgar Rai – Ascona

In seinem neuesten Roman „Ascona“ erzählt Edgar Rai vom Exil des Schriftstellers Erich Maria Remarque.

 

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Anfang 1933 muss Remarque, der mit seinem Anti-Kriegsroman „Im Westen nichts Neues“ Bestsellerautor der Weimarer Republik ist, nach der Ernennung von Hitler zum Reichskanzler über Nacht aus Berlin fliehen.

Er fährt ins Tessin, wo er sich zwei Jahre zuvor bereits eine Villa in der Nähe von Ascona am Lago Maggiore gekauft hat. Dies erleichtert seine Flucht im Gegensatz zu den meisten Intellektuellen, die auf der Verhaftungsliste der Nazis stehen. Im Gepäck hat er sein neuestes Buch, das er aber noch nicht bereit ist, aus der Hand zu geben.

Nach und nach treffen immer mehr Exilanten in Ascona ein. Regelmäßiger Treffpunkt ist das zentrale Café Verbano in der Via Borgo, in dem über die neuesten Entwicklungen in Deutschland gesprochen, Neuankömmlinge wie Else Lasker-Schüler, Ernst Toller oder Otto Braun begrüßt und sich über das Schreiben ausgetauscht wird. Von hier aus beobachtet er, recht luxeriös lebend, ohnmächtig das Geschehen in Deutschland: „Im Westen nichts Neues“, von US Amerikanern erfolgreich verfilmt und von Nazi Deutschland erbittert bekämpft, wird Teil der Bücherverbrennung, er selbst wird ausgebürgert, in Spanien übernimmt Franco die Macht.

Während Remarque sich weiterhin mit seinem neuen Roman “Drei Kameraden“ auseinandersetzt, der eigentlich längst fertig gestellt ist, aber durch die aktuellen politischen Ereignisse überholt wird, nagen an ihm große Selbstzweifel und die Angst vor der totalen Bedeutungslosigkeit. Diese Selbstzweifel sind so groß, dass sie den radikalen Pazifisten zu einem explosiven, verletzenden Menschen werden lassen, der aber ebenso den großen Wert der Freundschaft schätzt und seine Ex-Frau Jutta zum zweiten Mal heiratet, um sie vor dem Zugriff der Nazis zu schützen. Denn selbst die schweizerische Idylle trügt und die Angst vor der Fremdenpolizei wächst. Halt findet Remarque in der Gemeinschaft der Exilanten, die sein Schicksal teilt. Doch so schnell wie die Exil-Gemeinde wächst, schrumpft sie später wieder, weil viele in anderen Ländern ihr Glück versuchen müssen.

Rai beschreibt einen Schriftsteller, der haltlos und depressiv ist und immer wieder neue Affären mit Frauen sucht bis er auf einer Reise nach Venedig auf Marlene Dietrich trifft und dieser rettungslos verfällt. Glücklich macht ihn Marlene Dietrich zwar nicht, aber sie sorgt letztlich dafür, dass Remarque in Richtung USA emigriert. 

Ich finde, Edgar Rai ist ein sehr guter Tatsachenroman gelungen, der neugierig auf die Tagebücher von Erich Maria Remarque macht, die die Grundlage zu diesem Buch zum größten Teil bilden.

(av)

 

 


gebunden, Klett Kinderbuch 2021,
aus d. Norwegischen von
Katharina Erben,
256 S., 18,00 €,
ISBN 978-3-95470-253-4

ab 10 Jahre


Nora Dåsnes – Regenbogentage

Nora Dåsnes ist eine einfühlsame Graphic Novel über Freundschaft und erste Verliebtheit gelungen: Tova schreibt in ihr Tagebuch: es ist zwar schade, dass die Sommerferien vorbei sind, aber sie freut sich auch schon darauf, ihre beiden Freundinnen Bao und Linnéa wiederzusehen!

Seit dem letzten Jahr müssen sie nicht mehr auf dem Schulhof bleiben, sondern können in dem benachbarten Wald spielen und Hütten bauen.

Außerdem sind ihre Vorsätze für die siebte Klasse, sich einen coolen Style zuzulegen und auf einem Übernachtungsgeburtstag ganz lange aufzubleiben.


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Doch der erste Schultag beginnt anders als erwartet. Es ist eine seltsame Stimmung in der Schule, die Tova nicht versteht.

Und ehe sie sich versieht muss man sich entscheiden: Gehört sie zu den Mädchendiesichverlieben, die Latte Macchiato trinken und shoppen gehen, oder zu den MädchendiesichNICHTverlieben, die Schlabber-T-Shirts tragen und allen Mädchenkram peinlich finden?

Und was für Tova besonders schwierig ist: Linnéa steht auf der einen und Bao auf der anderen Seite und sie selbst befindet sich irgendwie dazwischen.

Als sie sich dann selbst verliebt ist das Chaos perfekt…

Es bringt sehr viel Spaß, diese farbenfrohe Graphic Novel zu lesen, die alle wichtigen Fragen des Heranwachsens thematisiert.

(av)

 

 


gebunden, Peter Hammer Verlag 2021,
136 S., 14,00 €,
ISBN 978-3-7795-0666-9


Karin Koch – Wieke & Ken

Die Ferien stehen vor der Tür und Wieke soll mit ihrem Vater und dessen neuer Freundin Xandra zusammen in ein italienisches Bergdorf fahren.

Wozu sie, seit klar ist, dass ihr kleiner Bruder nicht mitkommen kann, noch weniger Lust hat als zuvor.

Auch Ken, für den Xandra die Vormundschaft übernommen hat und der stattdessen mitfährt, hat wenig Lust auf diese Fahrt.

Lieber wäre er bei seinem Freund in der Flüchtlingsunterkunft geblieben.

 

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Er verschanzt sich unter seinen Kopfhörern vor Wiekes Abneigung und der übertriebenen Fürsorge von Xandra. Sehr schnell wird deutlich, dass es nur sehr schlechten Handyempfang in dem abgelegenen Dorf gibt und bald ist es zu Kens Hauptbeschäftigung geworden, durch den Ort zu laufen auf der Suche nach dem besten Handyempfang.

Denn nichts ist ihm so wichtig wie der Kontakt zu seiner Mutter, die in Nigeria zurückgeblieben ist. Dass er dabei Argwohn auslöst ist ihm zwar nicht neu, als er aber von Wieke des Diebstahls bezichtigt wird, wird es ihm zu viel und er haut ab.

Karin Koch erzählt ihre Geschichte immer im Wechsel jeweils aus der Perspektive von Wieke und Ken. Sie schafft es so, sehr einfühlsam das Kennenlernen der beiden Kinder zu schildern und unaufdringlich Patchwork-Probleme und Vorurteile gegenüber Flüchtlingen in einer spannenden Feriengeschichte zu thematisieren.

(av)


Gebunden, Piper Verlag 2021,
327 S., 22,00 €,
ISBN 978-3-492-05856-8


Mareike Krügel: „Schwester“

Iulia ist Bankkauffrau und seit Jahren mit einem Pastor verheiratet.

Der gemeinsame Sohn schmiedet seine ersten Zukunftspläne fern ab der kleinen Gemeinde, in der jeder jeden kennt und alles beobachtet und kommentiert wird.


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Als Pastorenfrau steht Iulia besonders im Brennpunkt der „Schäfchen“ : natürlich ist es kein Muss für sie in den Gottesdiensten am Sonntag in der ersten Reihen zu sitzen, würde sie dies aber nicht tun, wäre das ein grober Verstoß gegen das unausgesprochene Regelwerk über die Pflichten einer Pastorenfrau.

Iulia liebt Zahlen, sie geben ihr Sicherheit und die Bankfiliale in der sie arbeitet ist ihr eigentliches Zuhause.

Nach einem Gottesdienst erhält sie einen Anruf, dass ihre Schwester Lone nach einem schweren Autounfall im Krankenhaus liegt.

Lone ist nicht ansprechbar und Iulia begibt sich in deren Wohnung, um ein paar Sachen für sie zu holen.

Da es ihr schwer fällt, Lone im Krankenhaus zu besuchen, hält sie sich so oft wie möglich in deren Wohnung auf.

Einerseits um ihr nahe zu sein, denn viel zu lange schon haben sie nicht mehr richtig miteinander geredet, anderseits um mehr über das Leben ihrer Schwester zu erfahren und zu verstehen, was diese nachts auf die Strasse und somit zu dem Unfall geführt hat.

Nach und nach schlüpft Iulia immer mehr in Lones Rolle und besucht die Frauen, die diese als Hebamme betreut hat.

Diese Begegnungen und die Beschäftigung mit der gemeinsamen Vergangenheit fordern Iulia heraus, den eigenen Lebensentwurf zu hinterfragen und erst zaghaft, dann aber immer entschlossener die eigenen starren Strukturen zu verlassen.

Mir hat das Buch von Mareike Krügel gut gefallen, weil sie neben der Familiengeschichte sehr gekonnt die offenen aber auch verdeckten Machtstrukturen zwischen Männern und Frauen im Alltag darstellt.

Diese beschreibt sie gekonnt und sehr atmosphärisch.

Außerdem wird sozialkritisch beschrieben, welche Auswirkungen die Privatisierung des Gesundheitswesens auf die Selbstbestimmung von schwangeren Frauen hat.

Mareike Krügel ist ein spannender abwechslungsreicher Roman gelungen, der gut als Sommerlektüre geeignet ist aber auch zum Nachdenken anregt.

(av)

Gebunden, Diogenes, 2021, 342 Seiten


Benedict Wells – Hard Land

„In diesem Sommer verliebte ich mich und meine Mutter starb.“ Mit dieser Quintessenz der eröffnet Benedict Wells seinen neuen Roman.

Wir schreiben das Jahr 1985 und befinden uns in Grady, Missouri. Sam ist 15 Jahre alt, schüchtern und mit wenig Selbstbewusstsein ausgestattet. Die Ferien stehen vor der Tür und seine Eltern wollen, dass er den Sommer bei seinen rabaukigen Cousins in Kansas verbringt. Sams Ausweg: Er sucht sich einen Ferienjob im Kino Metropolis, dass in seine letzte Spielzeit startet.

Für Sam eröffnet sich ein neuer Lebensabschnitt. Denn im Kino jobben Cammeron, Hightower und Kirstie, in die sich Sam augenblicklich verliebt. Die drei sind älter als Sam und werden die Kleinstadt im mittleren Westen (Eigenwerbung: „Entdecke die 49 Geheimnisse“) am Ende des Sommers verlassen. Weil Sams krebserkrankte Mom den örtlichen Buchladen betreibt, in dem Kirstie Stammkundin ist, nehmen die drei Sam in ihren erlesenen Kreis der Außenseiter*innen auf.  Die vier freunden sich an. Für Sam beginnt der turbulenteste Sommer seines jungen Lebens.

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In „Hard Land“ passiert, was gemeinhin zu passieren hat, wenn ein junger Mensch auf der Schwelle zum Erwachsenwerden steht. Vieles ist mit dem Adjektiv „erste“ zu versehen: Liebe, Partys, Abschiede, Räusche, Versprechen, kleine Fluchten. Das Ganze ist garniert mit einer Playlist der 19achtziger, zitiert Filmklassiker und erweist Blockbustern wie “Zurück in die Zukunft“, dieses heute betulich konservativ anmutenden Zeitabschnitts eine Referenz. Wobei es die Stimmung und Archetypen in „The Breakfast Club“ gewesen sein dürften, die Benedict Wells inspiriert haben.   

Das ist alles also nicht neu und schon viele Male von Autor*innen verhandelt worden. Doch obwohl alles vorhersehbar und mitunter arg harmoniesüchtig ist (nur eine Nebenfigur weist keinen allzu guten Kern auf) ist die Form in der Wells das Coming-of-Age seines jugendlichen Protagonisten schildert allemal lesenswert. Es gelingt Wells mit traumwandlerischer Sicherheit die Intensität dieses besonderen Lebensabschnitts zu bannen. Es lohnt sich einen Sommer in Grady zu verbringen um am Ende sogar eines der großen Geheimnisse als gelöst betrachten zu können.

Fünf Jahre nach dem Bestseller „Vom Ende der Einsamkeit“ hat der deutschsprachige Schriftsteller Benedict Wells seinen fünften Roman vorgelegt. Es zeugt von seiner literarischen Souveränität, dass er - selbst Jahrgang 1984 - hierfür ein Sujet mit so geringem Neuigkeitswert ausgewählt hat.

(jm)

aus dem Amerikanischen von Stefanie Schäfer, Heike Reissig und Tobias Rothenbücher.

Hardcover Leinen, 896 S., ISBN 978-3-257-07127-6, erschienen im Diogenes Verlag für 28.00 €


Maria Popova – Findungen

1985 wird Maria Popova in Bulgarien geboren. Sie wächst dort, umgeben von Musik und Mathematik, auf.

Später entschließt sie sich zu einem Studium der Geisteswissenschaften in den USA.

U.a. erhofft sie sich von diesem Studium Antworten auf die, sie schon früh umtreibende, Frage:

„Wie lebt man ein gutes Leben?“

Sie liest neben ihrem Studium alles, was sie in die Hände bekommt und fängt an, ihre literarischen und künstlerischen Abenteuer mit Arbeitskollegen zu teilen.

So wird 2006 die Onlineplattform „Brain Picking“ geboren.

Was zunächst als einfache e-mail an Freunde begann und später als schlichte Website von ihr aufgebaut wurde, entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einer täglich aktualisierten website, einem twitter Feed und einem wöchentlichen newsletter, der von 1 Million Menschen weltweit gelesen wird.

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In ihrem Buch „Findungen“ erkundet Maria Popova Lebensgeschichten aus vier Jahrhunderten, die miteinander verwoben sind. Sie beginnt bei dem Astronomen Johannes Kepler und endet bei der Meeresbiologin Rachel Carson, deren Werk als Katalysator für die heutige Umweltbewegung gilt.

Maria Popova porträtiert Menschen, deren Beitrag in Wissenschaft und Kultur die Wahrnehmung und Wertschätzung der Welt für immer verändert hat. Darunter befinden sich die beispielsweise die Astronomin Maria Mitchell und die Bildhauerin Harriet Hosmer. Sie haben Frauen den Weg in die Wissenschaft und die Kunst geebnet. Basierend auf diesen Lebensgeschichten versucht Maria Popova die großen Fragen der Gegenwart zu beantworten. Wie kann man eine Gesellschaft nachhaltig verändern und was macht persönliches Glück aus?

Durch ihre poetische Sprache und mit erfrischend persönlichem Erkenntnishunger schenkt sie uns ein wundersames Buch voller lebenskluger Gedanken.

(A.)

Pendo Verlag, 444 Seiten,
16,- € ISBN 9783866124929, 2020, aus dem kanadischen Englisch von Leena Flegler


Ein neuer Krimi:

 

Thomas King – Dunkle Wolken über Alberta

Eigentlich hat sich der indigine Ex-Polizist Thumps DreadfulWater  in das ruhige Örtchen Chinook nahe der Grenze zwischen Kanada und den USA zurückgezogen, um dort als Naturphotograph seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Als der amtierende Sheriff Hockney zu einem Antiterrorgipfel nach Costa Rica fliegen soll, bittet er Thumps ihn kommissarisch zu vertreten.

Thumps ist nicht besonders begeistert von dieser Idee.

Doch als es zu zwei Mordfällen an den Hauptakteuren der bevorstehenden Wasserkonferenz kommt, wird er immer mehr in die Ermittlungen hineingezogen.

Mal agiert er als Privatperson, mal als kommissarischer Sheriff, je nachdem, wie es ihm gerade in den Kram passt.

Unterstützt wird er dabei von seinen, vorübergehend ernannten, Deputys Moses und dem immer hungrigen Cooley.

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Das Örtchen Chinook wird von einer Menge besonderer Charaktere wie der Ärztin Beth Mooney, die auch als Leichenbeschauerin arbeitet und Archie, dem kleinen Griechen, den Thumps einen staatsbürgerlichen Dynamo nennt, bevölkert.

Archie hat mit seinem Enthausiasmus die alte Bibliothek des Ortes gerettet und in eine gemütliche Buchhandlung verwandelt von der aus er diverse politische Aktionen organisiert.

Da er auch die Wasserkonferenz mit organisiert hat und es u.a. um die Rechte der indiginen Bevölkerung an den Bohrungen geht, wird Archie unfreiwillig zu einer Schlüsselperson in den Mordfällen.

Neben den originellen Figuren besticht der Krimi durch seine klugen wie witzigen Dialoge und den besonderen Blickwinkel Thumps auf die Welt.

Thomas King ist ein indianischer Autor, der sowohl die amerikanische als auch die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt und die Grenze zwischen beiden Ländern als willkürlich betrachtet.

Er unterrichtete als Professor für englische Literatur an diversen Universitäten u.a. „indianische Literatur“ und „kreatives Schreiben“ und war als Professor für Native Studiesan der Universität Lethbridge (Alberta) tätig.

Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller und  Universitätsprofessor gestaltetet er zusammen mit seinen beiden Mitstreiter*innen Edna Rain und Floyd Favel Starr eine Radiosendung, die in einem fiktiven Café , dem Dead Dog Café, in einer fiktiven Stadt in Alberta spielt.

Inhalt der Sendung war eine Mischung aus humorvollen Kommentaren und ernsthafter Kritik des Staates Kananda an den indianischen Einwohnern.

(A.)

 

 

Kinder- und Jugend-Abteilung

Oetinger Taschenbuch 2020,

ISBN 978-3-8415-0613-9 12,00 €, ab 13 Jahre


Anja Ukpai – Meridian Princess: Die Clockmakers Academy

Es ist kalt in Schottland.

Die Sommerferien stehen vor der Tür und die fast fünfzehnjährige Jade verlässt das Internat St. Creakles, ein verwinkeltes Gebäude mit spitzen Türmen.

Sie ist mal wieder die Letzte, die die Schule verlässt und nur noch Mr. Darwey, der Bibliothekar ist bei ihr, um sie zur Bushaltestelle zu begleiten.

Sie muss nach Graham Hill zu Lady Graham fahren, der Frau ihres Ziehvaters, die nur wenig erbaut von Jades Besuchen ist und die Jade lieber in einem Waisenhaus aufwachsen sähe, so wie es sich in ihren Augen für ein elternloses Kind von ungewisser Herkunft gehört.

Mr. Darwey befindet sich bereits an der Bushaltestelle, um den Abfahrplan zu studieren. Als die Turmuhr Fünf Uhr schlägt, zieht auch Jade ihre Taschenuhr hervor um sie aufzuziehen.

Dabei spürt sie ein Angstprickeln im Nacken, doch die Strasse ist menschenleer. Was Jade dann erlebt, hätte sie sich in ihren kühnsten Albträumen nicht ausmalen können und sie erfährt, dass sie eine noch lebende Tante hat, zu der sie gebracht werden soll.
Ausserdem soll sie eine Zeiterbin sein!

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Völlig verwirrt fährt sie  mit Mr. Darwey nach London und landet in der Clockmakers Akademy, der Ort wo junge Novizen der geheimen Zeiterbengesellschaft ausgebildet werden. Sie erfährt, dass sie zu einer uralten Geheimgesellschaft gehört, die über die Zeit wacht.

Der Nullmeridian ist für die Zeiterben ein magisches Portal in die Unterwelt. Dort lauert Chronos, der es auf die Herrschaft über die Zeit abgesehen hat.

Ab sofort wird Jade mit ihren Mitschülern in so aufregenden Fächern wie Zeitfenstersprung und Dämonenabwehr unterrichtet. Ihre neu erlernten Fähigkeiten wird Jade auch umgehend brauchen um sich Chronos entgegenzustellen.

 Und ausgerechnet Harper, ein überängstlicher Schutzgeist, soll Jade beschützen.

Der Auftakt der bildgewaltigen Trilogie – geheimnisvoll, magisch und fesselnd.

(A.)

geb. 176 Seiten

Beltz & Gelberg Verlag,
ISBN 978-3-407-75847-7, 12,95 €  für Kinder ab 7


Judith Kleinschmidt – Sofabanditen oder die verrückte Befreiung der Hühner

Die achtjährige Ada sitzt wütend im Umzugswagen und wartet auf ihre Eltern.

Da springt plötzlich ein Schaf zu ihr ins Auto: Lilli mit dem Nasenring und dem Leopardenmuster im Fell.

Ada ist völlig perplex, lässt sich dann aber doch recht schnell auf Lillis Mission ein, die Hühner aus der Hühnerfabrik von Goldzahn zu befreien.

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Es beginnt ein wilde und verrückte Fahrt ins Abenteuer auf der sie unterwegs noch den Jungen Pepper kennenlernen, der mit seinem Großvater Ollo in einer alten Sternwarte lebt.

Als Lilli von der Polizei gesucht wird, ist es an Ada ihr beizustehen und auch ihre Eltern davon zu überzeugen, daß Lilli keine Entführerin sondern ihre Freundin ist.

Judith Kleinschmidt schafft es, einen wilden Roadmovie mit dem Thema Freundschaft, Familie, Anderssein und Tierschutz zu verknüpfen.

Ergänzt wird die Geschichte mit vielen witzigen Bildern der Illustratorin Barbara Jung.

(A.)

Band 1: 
ISBN 978-3-95854-167-2

Band 2:
Das verlassene Boot 
ISBN 978-3-95854-168-9

je 14,00€, Mixtvision, geb. ca. 220 Seiten für Kinder ab 10

mit Illustrationen von Lisa Hänsch


Lena Hach – Mission Hollercamp: Der unheimliche Fremde (Band 1) …

Leon kann es kaum erwarten: es ist Ferienzeit und seine Freunde Emily und Jakub sind bereits auf dem Campingplatz Hollercamp- der gemeinsame Treffpunkt in jedem Jahr zur Sommerzeit.

Er freut sich auf himmlische Wochen voller Sonne, Baden und Eisessen.

Nur seine eigene Familie ist noch nicht auf den Weg dorthin aufgebrochen.

Nicht einmal ein eigenes Handy hat Leon, um mit seinen Freunden zu kommunizieren.

Zu seinem Ärger ist er auf die Gunst seiner älteren (nervigen) Schwester Mia angewiesen, als eine SMS von Jakub auf ihrem Handy eintrudelt: „Wo bleibst du? Wir brauchen Verstärkung. Hier treibt sich ein Fremder rum.“

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So beginnt der Auftakt einer neuen Reihe um rätselhafte Ereignisse und spannende Camping- Abenteuer bei denen die Hollercamp-Bande immer sofort die Fährte aufnimmt…

Ein zusätzlicher Clou: die Geschichten werden aus der Sicht von Leon erzählt und von Emily an den Rändern handschriftlich kommentiert.

Wie auch schon bei „Grüne Gurken“ von Lena Hacht gefällt mir besonders der Erzählton in den Geschichten, der spannend ist aber auch einen liebevollen Blick auf die Protagonisten und ihr Lebensumfeld wirft.

(A.)


aus dem Englischen von Claudia Max, ISBN 978-3-446-26821-0,2020,
das Buch kostet 17,- € und ist im CarlHanser Verlag erschienen

für Kinder ab 10 Jahren geeignet


Thomas Taylor – Malamander: Die Geheimnisse von Erie-on-Sea

Herbert Lemon, genannt Herbie ist der Sachenfinder des Grand Nautilus Hotels von Erie-on-Sea.

Manche finden, er sei mit seinen 12 Jahren noch ein wenig zu jung für diesen Job, doch Lady Kraken- die Besitzerin des Hotels- hat ihn höchstpersönlich dazu ernannt.

Und so ist es ziemlich praktisch, daß sich ein großer Schrankkoffer in seinem Fundbüro befindet, als eines Tages ein Mädchen zu ihm in den  Keller purzelt und unbedingt sofort versteckt werden muss.

Doch wer ist der bärtige Mann in dem schwarzen Überzieher mit der ramponierten Kapitänsmütze, der das geheimnisvolle Mädchen verfolgt und unbedingt finden möchte?

Eines ist klar: Violet hat sich Herbie bewusst ausgesucht, denn sie glaubt, daß er der einzige Mensch auf der Welt ist, der ihr helfen kann: sie ist verloren gegangen und möchte gefunden werden und er ist ein berühmter Sachenfinder.

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Beide machen sich auf den Weg, um dem Verschwinden von Violets Eltern auf den Grund zu gehen und stoßen dabei auf so einige Geheimnisse des Badeortes Erie-on-Sea, vor dessen Küste das legendäre Seeungeheuer, der Malamander, sein Unwesen treibt.

Es beginnt ein rasantes, spannendes und witziges Abenteuer voll eigenwilliger Gestalten in dem nur scheinbar verschlafenen Badedort Erie-on-Sea wo das Unmögliche möglich ist.

Herbie und Violet sind ein starkes Duo. Violet ist die treibende Kraft für das Abenteuer und Herbie schafft es mit ihrer Unterstützung seine Ängste zu überwinden.

Außerdem schafft es das Buch mit seinem phantasievoll gestaltetem Cover , der detailliert gezeichneten Karte am Anfang des Buches und den geheimnisvollen schwarz-weiß Zeichnungen

zu Beginn eines jeden Kapitels, sich sofort auf die Reise zu begeben, die salzige Luft des Meere zu schnuppern und neugierig auf den Malamander zu werden.

Und wer möchte nicht der Bücher-Apotheke von Jenny Hanniver einen Besuch abstatten?

(A.)

Heyne Verlag, 14,99 €, 
ISBN 978-3453321366
480 Seiten
Altersempfehlung ab 10


TJ Klune – Mr Parnassus' Heim für Magisch Begabte

Worum es geht:

Linus Baker, ist ein sehr gewissenhafter Beamter und arbeitet streng nach den Regeln, die die Sonderabteilung des Jugendamtes, das sich mit Kindern mit magischen Fähigkeiten befasst, aufgestellt hat. Er hinterfragt sie nicht.

Bis er eines Tages einen Auftrag von „ganz oben“ bekommt. Er soll ein besonderes Waisenhaus etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Kinder, die hier in einem Haus auf einer abgelegenen Insel leben, sind nicht die üblichen Fälle, mit denen es der rundliche Bürokrat normalerweise zu tun hat. 

Linus trifft hier auf eine etwas wilde, fantasievolle und bunte Gruppe von Kindern. Unter anderem einen Jungen, von dem behauptet wird, er sei der Sohn des Teufels, einen schüchternen Wer-Hund, einen grünen Blob mit den Stielaugen einer Schnecke und den Tentakeln eines Oktopus, dessen größter Traum es ist, eines Tages als Hotelpage zu arbeiten und ein 200 Jahre altes bärtiges Gnomenmädchen, dessen Lieblingsbeschäftigung es ist, Leute mit ihrer Schaufel zu bedrohen.

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Und dann ist da Mr. Parnassus, der so ganz anders ist, als Linus es von anderen Heimen kennt – mehr ein Vater, als ein Heimleiter.

Der Beamte muss nun entscheiden, was mit den Kindern, vor denen die Dorfbevölkerung am Ufer des Sees Angst hat und die die Kinder lieber gestern als morgen los werden würde, passieren soll. Hat Mr. Parnassus die Kinder wirklich unter Kontrolle? Kann man einen „Sohn des Teufels“ überhaupt unter Kontrolle haben?

Worum es wirklich geht:

„Mr. Parnassus' Heim für Magisch Begabte“ ist ein Buch über Vorurteile und Akzeptanz,  eine Geschichte über Freundlichkeit und Güte, über das Einstehen für andere und sich selbst. Und nebenbei natürlich auch über die ganz große Liebe.

Mit viel Humor und Fingerspitzengefühl, hat TJ Klune einen Roman über eindrucksvolle Charaktere geschrieben, das genau zur richtigen Zeit veröffentlicht wurde und mit Leichtigkeit und Feel-Good-Garantie Menschen jeden Alters anspricht.

Mein persönliches Highlight:

Was mir besonders gut gefallen hat, neben den sehr diversen und liebenswürdigen Charakteren und dem gut balancierten Humor, ist, dass es eine queere Liebesgeschichte gibt, die aber nicht die Geschichte dominiert, sondern ganz nebenbei mit einfließt.

(JMH)

Moritz Verlag, 128 Seiten, Großformat, gebunden, 29,– €

ISBN 978-3-89565-400-8,
ab 7 Jahren


Aleksandra und Daniel Mizielinska
Auf nach Yellowstone! Kreuz &quer durch die Nationalparks unserer Welt

Viele kennen das Autorenpaar bereits durch den Band „Alle Welt, das Landkartenbuch“.

In ihrem neuen Buch geht es nun um die Nationalparks in aller Welt.

Am Anfang eines jeden Nationalparks steht der Wunsch, die Umwelt zu bewahren.

Ausgehend vom polnischen Bialowieza-Park geht es zusammen mit dem Wisent Knut und dem Eichhörnchen Ula von Peru über China, Namibia, Grönland, Indonesien und Neuseeland bis nach Kalifornien.

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Es gibt wieder viel zu entdecken und eine ungeheure Themenvielfalt zeigt Blattschneiderameisen und Komodowarane, erklärt den Permafrost und spricht das Thema Erosion an.

Zusammengehalten wird das Buch durch eine Comicgeschichte, die auch Wenigleser durchgehend fesselt.

(A.)

übersetzt aus dem Schwedischen von Birgitta Kirchner
Urachhaus, 140 Seiten, gebunden, 16,00 €
ISBN 978-3-8251-5221-5,
ab 8 Jahren


Ulf Stark, Kitty Crowther – Die Ausreißer

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des Enkels: der Großvater liegt im Krankenhaus und der Vater möchte ihn sowenig wie möglich besuchen.

Denn der Großvater ist schwierig, ist es immer schon gewesen und nun ist er schlimmer denn je.

Und ja, er ist der Albtraum der Krankenschwestern, denn er klingelt, flucht, wütet und nörgelt herum, weil er im Bett liegen muß und nicht hinausgehen darf.

Doch sein Enkel mag ihn trotzdem und besucht ihn heimlich auf eigene Faust.

Schon bald merkt er, daß ein Besuch bei dem Großvater nicht ausreicht, um diesen aufzumuntern und so beginnt er einen Plan zu schmieden …

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Der großartige Erzähler Ulf Stark findet auch in dieser Geschichte den passenden Ton und hinterlässt ein warmes Gefühl im Herzen durch seine Zuneigung und sein Verständnis für einen alten Mann, der den meisten nur lästig ist.

Ein kleiner Junge und ein alter Mann kommen sich sehr nahe , der Junge entdeckt, dass es Notlügen gibt und das einem manchmal die Wahrheit keiner glaubt.

An die Buntstiftillustrationen von Kitty Crowther musste ich mich erst etwas gewöhnen, doch dann empfand ich sie als sehr gute Ergänzung zu dem unvergesslichen Abenteuer von Großvater und Enkel.

(A.)