Veranstaltungs-Archiv bis 2007

Hier können Sie und auch wir nochmal in den zurückliegenden Veranstaltungen blättern, lesen, wühlen und schwärmen. Damals war es immer am schönsten …

> 2017
> 2016
> 2015

Das Archiv wird sukzessive wieder befüllt. Schon bald haben Sie wieder den Blick auf unsere Veranstaltungen seit 2007 …

Doch schon jetzt können Sie bis zu unserem 25jährigen Jubiläum zurücklesen!

Veranstaltungen 2017

> 6. November 2017, 19:00 Uhr in der Flüchtlingshilfe Flensburg e.V.
Eine Veranstaltung der Flüchtlingshilfe Flensburg e.V. und des politischen Bildungsvereins Tigerberg e.V.

Diktatoren als Türsteher Europas
Buchvorstellung mit dem Autor Christian Jakob

Christian Jakob, Simone Schlindwein

Wie die EU ihre Grenzen nach Afrika verlagert
Dubiose Praktiken zur Verhinderung von Zuwanderung

Europa zieht seine Grenzen durch Afrika. Migrationskontrolle ist in der EU zu einer Frage von höchster innenpolitischer Bedeutung geworden. 
Mit Hochdruck baut sie daher ihre Beziehungen zu den Regierungen auf dem afrikanischen Kontinent aus. Diese sollen ihre Bürger daran hindern, nach Europa zu gelangen. Die EU bietet dafür Militär- und Wirtschaftshilfe in Milliardenhöhe. Sie arbeitet mit Regimen zusammen, die schwere Menschenrechtsverletzungen begehen, und bildet deren Polizei und Armeen aus. Die Bewegungsfreiheit in Afrika wird eingeschränkt, Entwicklungshilfe wird umgewidmet und an Bedingungen geknüpft: 
Wer Migranten aufhält, bekommt dafür Geld. Am meisten profitieren IT-Unternehmen sowie Rüstungs- und Sicherheitskonzerne in Europa.
Seit Jahren recherchieren Simone Schlindwein und Christian Jakob zu diesem Thema. 
Ihr Buch ist die erste umfassende Darstellung der neuen europäischen Afrikapolitik.

Von geschützten Grenzen und der Öffnung der Märkte träumt die EU. 
Von geschützten Märkten und offenen Grenzen träumt Afrika. 
Solange dieses Interessensdilemma nicht gelöst ist, wird es keine echte Partnerschaft geben.


Chr. Links-Vlg. 2017
317 S., 18,00 €
ISBN 978-3-86153-959-9


> 2. November 2017 um 19.30 Uhr in der Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung
Die Veranstaltung wird von Ute Morgenroth, Ev. Frauenwerk in Zusammenarbeit mit dem Verein "Tigerberg e.V." organisiert.

Lesung mit Texten von Margaret Atwood

Gelesen von Dagmar Fischer

Es gibt wohl kaum eine andere lebende Autorin des nord- oder südamerikanischen Kontinents, die mit gleicher sprachlicher Virtuosität und politischem Scharfsinn auf die Gefährdung der stabil geglaubten demokratischen Verhältnisse und des inneren Friedens dieser Welt hingewiesen hat. Was Atwood von ihren männlichen Kollegen unterscheidet, ist ihr funkelnder Humor und der kühle Blick, mit dem sie - und ihre Protagonistin - die »Neue Ordnung« Amerikas betrachten.

Dagmar Fischer, Bibliothekarin aus Flensburg, stellt die kanadische Autorin Margaret Atwood vor, die in diesem Jahr den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten hat, und liest aus Texten ihres vielfältigen Werkes.

Wovon wir lebten

Lesung mit Silke Scheuermann

Viel gelobt wurde die Autorin Silke Scheuermann für ihre Gedichtbände und und ihre Romane, vor allem für die Beziehungs-Novelle Die Stunde zwischen Hund und Wolf – jetzt kommt sie mit einem umfänglichen Entwicklungsroman.

Im Mittelpunkt der über 500 Seiten starken Geschichte steht Marten Wolf, der aus einem zerrissenen Elternhaus stammt und sich bereits in jungen Jahren um die alkoholkranke Mutter und die kleine Schwester kümmern muss. Große Erwartungen an das Leben hat Marten nicht. Er wächst in einem Umfeld auf, das von illegalen Geschäften, Schlägereien und Sex beherrscht wird. Nach einer Lehre und Schichtarbeit in einem hessischen Großbetrieb nehmen Drogen seinen Alltag gefangen. In der Entzugsklinik lernt er Peter kennen, einen ehemaligen Restaurant- und Clubbesitzer. Dieser entdeckt Martens Talent zum Kochen. Als die beiden gemeinsam das Edellokal Happy Rabbit in Frankfurt eröffnen, scheint das Happy end nah – bis das kriminelle Milieu ihn wieder einzuholen droht.

Beinhart lässt Silke Scheuermann ihren Protagonisten diese Tour de Force durchlaufen und durchleiden: Ohne Schnörkel und Beschönigungen, in einer authentischen und direkten Sprache nimmt der Leser teil an Martens Leben – sowohl mit seinen tragischen Wendungen als auch mit den glücklichen Fügungen. Auffällig ist die Genauigkeit und Einfühlsamkeit der Autorin in ihren männlichen Helden, der über weite Strecken nicht gerade ein Sympathieträger ist.

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Montag, den 6. März 2017, 19.30 Uhr

Ort: Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung,

In Kooperation mit dem Verein "Tigerberg e.V."


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Veranstaltungen 2016

> 6. Dezember 2016, 19:30 Uhr in der "werkstatt" der Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung

Büchervorstellung, Lesung – unser Beitrag zu 500 Jahren Reformation:

Wer ist Wu Ming?

Wir haben den Übersetzer, Klaus-Peter Arnold, eingeladen – er wird das Autoren-Projekt Wu Ming vorstellen und aus den Büchern vorlesen.

1999 veröffentlichten vier Mitglieder der anarchistischen Kommunikationsguerilla aus Bologna den historischen Roman „Q“, um „der Welt eine große Geschichte zu erzählen, eine Legende zu erschaffen, einen neuen Typ Volksheld zum Leben zu erwecken“, wie die Aktivisten auf ihrer Homepage erklären.

Sie gaben einen „Luther Blissett“ als Autor an, an den man sich höchstens noch als glücklosen Stürmer der Saison 83/84 des Berlusconi-Klubs AC Mailand erinnern konnte, der weder als überragender Fußballspieler noch als besonders wortgewandter Redner aufgefallen wäre. Das Pseudonym „Luther Blissett“ war ein seit den frühen 90er Jahren in linken Aktivistenkreisen gebräuchliches Kollektivpseudonym, das von zumeist links orientierten KünstlerInnen als Signatur ihrer Streiche, Störungen der öffentlichen Ordnung, politischen Pamphlete und medialen Täuschungsmanöver verwendet worden war.

Im Januar 2000 schließt sich dem Quartett ein weiterer Autor an. »Wu Ming« nennt sich die neue Autorengruppe nun. Der chinesische Ausdruck bedeutet »ohne Namen« oder auch »fünf Namen« - je nachdem, wie man die erste Silbe ausspricht - und ist zugleich als Hommage an chinesische Dissidenten zu verstehen, die diesen Namen häufig benutzen. Außerdem beinhaltet »Wu Ming« den Hinweis auf den dritten Vers des Daodejing: »Ohne Namen sind die Ursprünge des Himmels und der Erde«.

Der Stoff des Erzählerkollektivs ist ‚die Geschichte‘ selbst – nur erzählt von einem anderen Standpunkt aus. In Q sind es die Reformation und die Bauernkriege, aber auch das Täuferreich von Münster, die literarisch gestaltet werden, allerdings aus der Perspektive der Besiegten oder Vernichteten. So wird von den Täufern in Münster von ‚Innen‘ erzählt, während die traditionelle Geschichtsschreibung natürlich – wissenschaftlicher Objektivität folgend – von ‚Außen‘ berichtet. Hier jedoch werden die Täufer und ihre Protagonisten zu literarischen Figuren, sie werden eingefangen mit ihren Hoffnungen und Wünschen, ihren Utopien, die sie mit dem Täuferreich verbanden.

Das literarische Rezept bleibt dabei in allen Kollektiv-Romanen von Wu Ming dasselbe: historische Fakten werden aus einer anderen Perspektive beleuchtet und immer sind es Wendepunkte der Geschichte, die literarisch dargestellt werden, jene Momente, kurz bevor etwas historisch unumstößliche Tatsache wurde. In Q sind das die Erhebungen der Bauern, die auch zum Erfolg hätten führen können, in 54 ist es die Zeit, bevor der Kalte Krieg in seine angespannteste Phase eintrat, in Manituana die Periode, als die USA kurz vor ihrer Gründung standen und die sogenannte ‚Mohawk Nation‘ noch im Verbund mit dem englischen King George gegen die später siegreichen Aufwiegler kämpft. Im April diesen Jahres erschienenen neuesten Werk des Kollektivs L’armata dei sonnambuli ist es die Zeit nach der Revolution in Frankreich, die erzählt wird, kurz vor den Jahren des terreur und dem Aufstieg Napoleons – wiederum mit einem temporeichen Plot, mit kurzen, schlaglichtartig aufeinanderfolgenden Kapiteln und Dialogen, die immer von einem Nachdenken über Politisches, über gesellschaftliche Ordnung, Gerechtigkeit und Macht geprägt sind.

Die mittlerweile 6 Romane des Wu Ming-Kollektivs, "Q" mitgezählt, sind niemals private Romane; die Geschichten, die erzählt werden, sind immer öffentliche Geschichten. Immer geht es um Schicksale von Gruppen, Nationen, Glaubensrichtungen und immer geht es um die Frage danach, wie eine Welt beschaffen sein müsste, in der nicht Mord und Krieg das erste politische Mittel sind. Es sind bewusst unterhaltsame Romane im besten Wortsinne, die zunächst weniger auf ästhetische Ansprüche orientieren, und vor allem von einer Lust am Erzählen zeugen, aber auch von einem Interesse an den sogenannten ‚Geschichtsvergessenen‘. Seien es die Bauern, die Täufer, die Mohikaner in Manituana, die idealistischen Kommunisten in 54, Wu Ming wirft sein Augenmerk vornehmlich auf die Nebenrolle, richten den Blick auf Gruppen, die es wirklich gegeben hat, die den Sprung in die Geschichtsbücher aber nicht geschafft haben – nicht jedoch, weil eine vermeintliche ‚Macht‘ sie dort nicht hingelassen hätte, sondern, viel profaner, weil sie kein Glück hatten, weil etwas anders lief, als es hätte laufen sollen. Die Romane sind damit weit entfernt davon, ‚Gegendiskurse‘ aufmachen zu wollen oder anzuschreiben gegen eine vermeintlich ideologisch zementierte Macht in Form der etablierten Geschichtsschreibung, die systematisch alles ausschließe, was ihrer Sichtweise nicht passt, die Romane sind Geschichte erzählt für die Multitude. Kunstvolle Stilexperimente lehnen die Wu Mings dann auch konsequent ab, bemüht avantgardistisches Erzählen genauso.

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> 5. November 2016, 19:30 Uhr im Ev. Gemeindezentrum Engelsby, Brahmsstr. 13, 24943 Flensburg

Volker Hagedorn liest:

Bachs Welt

Familiengeschichte eines Genies

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> 11. Juli 2016, 19:30 Uhr in der Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung

Corry Guttstadt stellt vor:

Wege ohne Heimkehr

Die Armenier, der Erste Weltkrieg und die Folgen – ein historisch-literarisches Lesebuch

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> 2. Juni 2016, 19:30 Uhr in der Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung
Eine Lesung in Zusammenarbeit mit dem Romanischen Seminar der Europa-Universität Flensburg, Inst. f. Sprache, Literatur und Medien

LESUNG

Esperanza

von Marina Caba Rall

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Veranstaltungen 2015

> 7. Oktober 2015, 19:30 Uhr im Weinkontor Roberto Gavin in der alten Walzenmühle. Veranstalter: Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung

Meja Mwangi kommt

Durch persönliche Bekanntschaft einer Freundin unserer Buchhandlung haben wir das große Glück, Meja Mwangi, einen der profiliertesten Autoren Kenias, zu einer Lesung in Flensburg begrüssen zu können!
Meja Mwangis vielfach ausgezeichnetes Werk hat auch in Deutschland eine große Anerkennung erfahren, er erhielt sowohl den Adolf-Grimme-Sonderpreis als auch den Deutschen Jugendliteraturpreis (für seinen Jugendroman Kariuki und sein weißer Freund).
Sein vielschichtiges Werk zeichnet sich durch Spannung, Witz und Humor aus - Kritiker loben: Er kann "prachtvoll kontrastierende Personen entwerfen", "Unbestreitbar: Mwangi ist ein ungemein spannender Erzähler" und "in einer Stunde Meja Mwangi erfährt man mehr über das wirkliche Kenia als in drei Wochen African Safari Club in Diani Beach".
Meja Mwangi beschreibt traditionelle Strukturen und Lebensbedingungen, die in irgendeinem afrikanischen Dorf oder einer Stadt Kenias heute so sein könnten, so einfühlsam, detailliert und dabei mit soviel Humor, dass seine Bücher ein reines Lesevergnügen sind und zum Schluss so spannend werden, dass man sie nicht mehr aus der Hand legen kann - bis zum mal glücklichen, mal weniger glücklichen Ende.

Kurzbiografie

Meja Mwangi, 1948 in Nanyuki/Kenia geboren, ging nach dem Abitur zur French Broadcasting Corporation. Seit dem Erfolg seines ersten Romans "Kill me quick" (1973), arbeitete er als freier Schriftsteller, häufig auch als Drehbuchautor in Kenia und Europa. Er wurde u.a. ausgezeichnet mit dem Jomo Kenyatta Award (1973), dem Adolf-Grimme-Sonderpreis (1982), dem Deutschen Jugendliteraturpreis (1992) und dem Wahome Mutahi Literary Award (2008). Seine Bücher sind überwiegend im Peter Hammer Verlag, aber auch im Unionsverlag und bei Lamuv erschienen: "Narben des Himmels" (1992), "Mr. Rivers letztes Solo" (1995), "Die achte Plage" (1997), "Happy Valley" (2006), "Das Buschbaby" (2007), "Big Chiefs" (2009), "Rafiki" (2014) und jetzt "Tanz der Kakerlaken".

Mwangi schrieb von Beginn an in englischer Sprache - und zwar in einem Englisch, das sich am us-amerikanischen Sprachart orientierte und nicht versuchte, eine eigene afrikanische oder gar kenianische Färbung einzubringen. Diese Form entsprach dem Inhalt seiner Bücher, die sich nicht mehr den traditionellen afrikanischen Themen widmeten. Die Trauer um verlorene Traditionen ist überwunden, die romantisierende Beschreibung des Lebens auf dem Lande weicht der universell angelegten urbanen Desillusioniertheit. Soziale Brüche und Ungerechtigkeiten, den Druck der Klans, den Mann-Frau-Konflikt, die Schwierigkeit der Geschlechter, sich im heutigen afrikanischen Alltag einen Platz zu erkämpfen - das beschreibt Meja Mwangi unterhaltend, mit Feingefühl und leichter Ironie, doch einem spürbaren Respekt vor den Traditionen seiner Heimat.

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> 29. April 2015, 19:30 Uhr in der "werkstatt" der Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung
Eine Lesung in Zusammenarbeit mit dem Romanischen Seminar der Europa-Universität Flensburg, Inst. f. Sprache, Literatur und Medien

Vortrag und Diskussion von und mit Prof. Hauke Brunkhorst über

"Das doppelte Gesicht Europas"

Prof. Dr. Hauke Brunkhorst, seit 1995 Professor für Soziologie an der Europa-Universität Flensburg, hat eine Bestandsaufnahme von Geschichte und Gegenwart der europäischen Union vorgelegt.
Dieses Europa hat nicht zwei, es hat ein doppeltes Gesicht wie das des emanzipatorisch-kritischen Dr. Jekyll und das des technokratisch-funktionalistischen Mr. Hyde, das ist seine Ausgangsthese.
Die Entwicklung der EU wird oft als Verfallsgeschichte erzählt: Aus einem visionären Projekt wurde ein technokratisches Monstrum; angesichts der Eurokrise scheint die Stunde des kollektiven Bonapartismus gekommen zu sein, der den Kontinent mit einem Austeritätsregime überzieht.

Und gerade jetzt, wo es Mr. Hyde gelingt, aus der EU eine reine Wirtschaftsverfassung zu machen, ist es um so nötiger, an das andere Gesicht zu erinnern und dessen verschlungene Wege nachzuzeichnen. Dr. Jekyll - das ist jener Kantianer, jene republikanische Haltung, die den Ursprung des europäischen Projekts gebildet hat. Wobei der Autor deutlich macht, dass dieses verdrängte emanzipatorische Potenzial sich keineswegs in feierlichen Erklärungen und in kitschiger Friedensrhetorik erschöpft, sondern republikanischen Widerstand meint.

Das europäische Projekt bleibt ein offener Prozess, der erneut in eine emanzipatorische Richtung gelenkt werden kann – etwa durch eine Mobilisierung der hochqualifizierten, aber prekär beschäftigen jungen Menschen in Spanien, Griechenland und anderen Mitgliedsstaaten der EU.

"Hat sich das Kapital in rasender Geschwindigkeit transnationalisiert, so gelte es gerade jetzt auch den demokratischen Klassenkampf zu transnationalisieren. Das ist es - das Klassenkampfwort. Ganz unaufgeregt kehrt es zurück. Und mit ihm das ganze klassische Setting: eine europäische Öffentlichkeit, ein starkes EU-Parlament und transnationale Gewerkschaften. Kurzum - Brunkhorsts Programm ist das einer transnationalen Rekonstruktion der Arbeiterbewegung", so Isolde Charim in der taz.


edition suhrkamp 2014
216 S., 16,00 €
ISBN 978-3-518-12676-9



> 8. Juli 2015, 19:30 Uhr in der Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung

Ein Länderportrait

DÄNEMARK

von Claudia Knauer

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> 21. Mai 2015, 19:30 Uhr in der Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung. In Kooperation mit Tigerberg e.V. und Ev. Kirchengemeinde Engelsby

Veranstaltung: "Sind wir wieder gut?"

Die deutsche Wiedergutmachungspolitik – 70 Jahre nach Kriegsende
Elvira Glück von der JEWISH CLAIMS CONFERENCE, Berlin

Geschichte ist mehr als die Auflistung von Daten und Fakten. Geschichte umfasst auch das Schicksal der einzelnen Menschen in ihrer Zeit und der Umgang der Nachkommenden damit.

70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges scheint alles vorbei.
Sind wir wieder gut? Wirklich?

Als Mitarbeiterin der Jewish Claims Conference ist die Wienerin ELVIRA GLÜCK international mit den Entschädigungsansprüchen der jüdischen Holocaust Überlebenden betraut. Die Geschichte der sog. Wiedergutmachungspolitik und die Aufgabe von Claims werden im Mittelpunkt dieses Abends stehen.



> 7. Mai 2015, 19:30 Uhr in der "werkstatt" der Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung

Lesung mit dem Schriftsteller

Gerhard Henschel

aus seinem Werk

Gerhard Henschel, 1962 in Hannover geboren, im Emsland aufgewachsen, hat eine "Gefühlsgeschichte der Bundesrepublik", ein facettenreiches Bild unserer Gesellschaft im Auf- und Umbruch, von der Nachkriegszeit bis in die Achtziger verfasst.

Der Briefroman „Die Liebenden“ erzählt von den Kindertagen an über die schwierigen Nachkriegsjahre und den detailliert ausgebreiteten Alltag einer Mittelschichtsfamilie bis zur Zerrüttung der Ehe und dem Tod der beiden Eheleute.

In seinem 2004 veröffentlichten „Kindheitsroman” schildert Henschel das Leben dieser Familie aus der Sicht des Sohnes Martin.
2009 setzte Henschel den „Kindheitsroman” mit dem „Jugendroman” fort: Die Familie Schlosser wohnt nunmehr in Meppen.

Mit dem „Liebesroman” folgte 2010 eine weitere Fortsetzung und 2012 setzte Gerhard Henschel die Martin-Schlosser-Romane mit dem "Abenteuerroman" fort. Martin möchte nichts dringender, als der emsländischen Kleinstadt Meppen zu entfliehen, sein Weg führt in dabei nach Brokdorf, Hamburg, Amsterdam, Osnabrück, Bielefeld, München, Venedig, Wien und Göttingen - und immer wieder zurück nach Meppen.
Die Kraft der Martin-Schlosser-Reihe liegt in ihrer einfachen geradlinigen Erzählweise, humorvoll-ironische Chroniken der BRD, immer alltagsorientiert.

Darüberhinaus hat Henschel die Sachbücher „Kulturgeschichte der Mißverständnisse” und „Jahrhundert der Obszönität“ als Co-Autor verfasst, sowie „Neidgeschrei“ und den Sammelband „Menetekel“ herausgegeben.

Dazwischen erschien sein Roman „Der dreizehnte Beatle”.
Die satirischen Romane „Der Barbier von Bebra” (1996) und „Der Müllah von Bullerbü” (2000) verfasste Henschel gemeinsam mit Wiglaf Droste.

In Streitschriften wie „Menschlich viel Fieses” (1992), „Das Blöken der Lämmer“ (1994) und dem „Gossenreport” (2006) hat Henschel sich mit politischem Kitsch und der Macht der Bild-Zeitung auseinandergesetzt, die er als gravierendes „Kulturproblem” beschreibt. 2008 verfasste Henschel eine „Springer-Bibel“.

Folgenreich und aufsehenerregend war in diesem Zusammenhang ein 2002 in der tageszeitung erschienener Artikel Henschels: Er reagierte auf einen unappetitlichen Skandalartikel der BILD mit einer Satire, in der er unter der Überschrift „Sex-Schock – Penis kaputt?“ angeblich umlaufende Gerüchte über eine missglückte Penisverlängerungsoperation des Bild-Herausgebers Kai Diekmann erörterte. Daraufhin verklagte Diekmann die tageszeitung. Er forderte 30.000 Euro Schmerzensgeld. Das Berliner Landgericht gelangte zwar zu der Auffassung, dass Henschels Satire Diekmanns Persönlichkeitsrecht verletze, und es untersagte deren weitere Verbreitung - doch es erkannte dem Kläger Kai Diekmann kein Schmerzensgeld zu.

Gemeinsam mit Kathrin Passig hat Gerhard Henschel mehrere Bücher aus dem Englischen übersetzt, u.a. den ersten Band der Autobiographie von Bob Dylan („Chronicles. Volume One“), die sich nach dem Urteil der Kritiker „auch in der Übersetzung wunderbar liest".


Die Martin-Schlosser-Romane erschienen zuerst im Verlag Hoffmann und Campe seit 2004
zuletzt "Erfolgsroman" (8)
2018; 602 S., 26,00 €
ISBN 978-3-455-00377-2



1990 - 2015

25 Jahre "Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung"

Am 25. April 2015 – in unserer Buchhandlung

Ach, was waren wir optimistisch!
Nachdem so viele "alternative" oder linke Buchläden 1990 bereits das Zeitliche gesegnet hatten und unser Flensburger "Tigerberg-Buchladen" in einer taz- Anzeige im Sommer 1989 bereits zum "Verschenken" angeboten worden war, wollten wir einen Neustart!
Das ist jetzt 25 Jahre her – und es gibt uns tatsächlich noch. Das ist die gute und erfreuliche Nachricht – heute in Zeiten der massivsten Krise des Buchhandels durch die Konkurrenz neuer Medien und vor allem neuer, schier unerschöpflicher Bezugsquellen für Literatur, Wissen und Erkenntnis.
Aber ehrlich gesagt - das berührt uns nur am Rande! Natürlich ist uns auch der eine oder die andere Kundin "abhanden" gekommen, weil sie oder er jetzt z. B. den Tolino besitzt. Aber die E-Books können sie ja auch bei uns beziehen (wenn sie sich nicht in die klebrigen Fänge des Kindle von amazon begeben haben).

Nein – im wesentlich kämpfen wir seit 25 Jahren um unsere literarischen Ansprüche und gegen die profanen Widrigkeiten des Handels-Umfeldes! Den Kampf um unsere literarischen Ansprüche – nein, haben wir nicht "gewonnen", das wird mensch wohl nie können, aber in diesem Kampf haben wir uns qualifiziert und mitgehalten mit dem, was wir in unserer Einladung zur Eröffnung am 14. März 1990 als Ansprüche formuliert haben. Davon sind wir überzeugt – und die vielen Kundinnen und Kunden, die wir als Stammbesucherinnen gewonnen haben, beweisen uns das Tag für Tag.
Anhaltende Sorgen bereiten uns nur die katastrophale Entwicklung der Mieten in der Innenstadt und konkret in der Großen Straße. Was für ein Leerstand - wieder einmal! Immer noch ist es anscheinend gewinnbringender, große und funktionstüchtige Objekte leer stehen zu lassen als die Mieten dem Umsatzpotential anzupassen. Das stellt für uns eine latente wirtschaftliche Bedrohung dar, zwingt zu einem Wirtschaften am Rande des Existenzminimums, teilweise sogar unterhalb dessen.

Aber wir, fast 40 Gesellschafterinnen und Gesellschafter der die Buchhandlung tragenden KG, haben uns vorgenommen:
Wir wollen diese Buchhandlung - wir glauben an die Notwendigkeit dieses kleinen literarischen und intellektuellen Freiraums auch in der Kleinstadt Flensburg!
Das Angebot einer anspruchsvollen Buchauswahl – von Gesellschaftsromanen, Krimis, Kinder- und Jugendbücher, Literatur des Judentums, aus Osteuropa, aus Afrika, Asien und Lateinamerika bis hin zu aufklärerischen politischen und geschichtlichen Sachbüchern mit entsprechender Tiefe – ist unser Markenzeichen. Das braucht diese Region!

Darauf wollen wir anstossen
– und laden alle Freundinnen und Freunde der
"Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung" zu einem Empfang am
Samstag, den 25. April ab 11.00 Uhr in die Große Str. 34 ein!

Veranstaltungen
haben wir auch geplant bzw. verabredet, auf denen wir unsere Angebote zur Diskussion stellen:

Veranstaltung "Sind wir wieder gut?" – Die deutsche Wiedergutmachungspolitik: Elvira Glück von der JEWISH CLAIMS CONFERENCE, Berlin, am Donnerstag, den 21. Mai
Vortrag und Diskussion mit Prof. Hauke Brunkhorst über sein Buch "Das doppelte Gesicht Europas" sowie eine Lesung mit dem Schriftsteller Gerhard Henschel

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