Willkommen auf der neuen Homepage der Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung

Hier stellen wir Ihnen laufend unsere neuesten Lieblinge vor und informieren Sie über unsere regelmäßigen Veranstaltungen.

Neu ist unser Autor*innen-Glossar: hier finden Sie schnell unsere bislang besprochenen Lieblinge – alphabetisch sortiert! Das hilft bei der Suche nach Ihren Wunschtiteln, die Sie natürlich bei uns bestellen können.

Haben Sie Anregungen, Kritik oder wollen Sie auch mal ein Lob loswerden? Wir sind gespannt: info@cvo-buchladen.de

Wir haben wieder Bücher gelesen!

Buchbesprechungen zum Jahresende:

Wie so oft sammeln wir am Ende des Jahres unsere Eindrücke von Büchern, die uns begeistert haben. Hier auf der Startseite können Sie sich einen schnellen ersten Eindruck verschaffen – wer es ausführlicher mag, schaut unter "Neue Bücher".

Und wer seine/n Lieblingsautor*in vermisst, kann ja mal im Glossar auf die Suche gehen …


Das Jahr neigt sich dem Ende!

Gert Nygårdshaug – Mengele Zoo

(ein Öko-Thriller)

Der Thriller beginnt als eine Erzählung über Mino, einen kleinen Jungen im Regenwald. Er streift durch die Wälder, um seinem Vater zu helfen. Um die Familie zu ernähren, fangen sie seltene Schmetterlinge, die der Vater präpariert und verkauft. Mino ist fasziniert von ihnen und wird zum erfolgreichen Jäger. Er liebt den Wald und die Tiere, das Leben in der Dorfgemeinschaft. Immer näher kommen allerdings die Geräusche der Maschinen der americanos, es sind die achtziger Jahre, internationale Firmen teilen den Regenwald unter sich auf und holzen große Flächen ab. Immer näher kommen sie Minos Dorf, sogar riechen können sie die Maschinen bereits.
Mehrfach kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen den Arbeitern der Ölgesellschaften und den Indios. Mino muß mitansehen, wie Männer seiner Dorfgemeinschaft brutal getötet werden, als sie versuchen, ihre Rechte geltend zu machen.
Und nun wird aus dem Abenteuerroman ein Öko-Thriller. Der mittlerweile erwachsene Mino wird zum Racheengel, nicht nur aus seiner Perspektive, die Diskussion darüber spaltet die Menschen - wie weit darf man gehen, die aufzuhalten, die die Erde für ihren Profit zerstören?
Ich fand den Roman sehr spannend und gerade die Wendungen in der Erzählung und der Erzählweise macht ihn für mich besonders. Ein unglaublicher Sog entwickelte sich Das Buch ist erschreckend aktuell, obwohl es bereits vor dreißig Jahren geschrieben wurde. Es hat übrigens den norwegischen Publikumspreis für das beste Buch aller Zeiten (!) gewonnen!

Raffaella Romagnolo - Bella Ciao

Die Handlung des Romans beginnt Ende des Jahres 1900: Unter ärmlichsten Verhältnissen leben die Kleinpächter und Fabrikarbeiter in Borgo di Dentro, einem fiktiven Ort im Hinterland nordwestlich von Genua, Ende des 19. Jahrhunderts. Schon als kleine Mädchen mussten Giulia und ihre Freundin Anita in den Seidenspinnereien hart arbeiten. Der Lebensweg scheint für beide vorgezeichnet zu sein, denn Giulia ist mittlerweile schwanger und wird den Vater ihres Kindes, Pietro Ferro, bald heiraten. Doch dann muss sie erfahren, dass Anita sie mit Pietro betrügt. Tief enttäuscht und voller Wut verlässt die Hintergangene bei Nacht und Nebel das Dorf und flieht mit wenigen Habseligkeiten über Genua nach New York. Nach nun fast 50 Jahren kehrt Giulia, jetzt eine wohlhabende Amerikanerin mit ihrem Sohn Michael nach Borgo zurück. Will sie abrechnen, gar Rache? Allerdings: Sollten Anita, Pietro und andere noch leben, so möchte sie erfahren, wie es ihnen ergangen ist, und sie möchte Antworten hören, warum man sie hintergangen hat.
In den 5 Tagen ihres Aufenthaltes erzählen ihr die Zurückgebliebenen von den schweren Zeiten … Bei allen diesen Geschichten der „kleinen und grösseren Leute“ aus der Provinz verwebt Romagnolo gekonnt deren persönliches Schicksal mit den Ereignissen aus Politik und Weltgeschichte, sodass ihr eine atmosphärisch dichte und spannende Darstellung der italienischen Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelungen ist - und lässt uns überzeugende, ausgesprochen starke Frauenfiguren kennenlernen.

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Krimi

Tawni O’Dell - Wenn Engel brennen

Als Polizeichefin von Buchanan, dem Ort ihrer Kindheit, hat Dove Carnahan schon viel gesehen. Es ist keine schöne Gegend: Hier in Pennsylvania liegen vom Kohleabbau verwüstete Landstriche brach, schwelen unterirdische Kohlenbrände, Geisterstädte rotten vor sich hin, Menschen rackern sich ab oder haben sich längst aufgegeben, Träume blühen und welken. Oder sie verbrennen, wie das tote Mädchen in der vor Jahrzehnten geräumten Siedlung Campbell's Run, das ein entsetzter Farmer in einer glühenden Erdspalte entdeckt. Chief Carnahan ist die erste Polizeichefin des County, mit ihrer Hilfe werden Familiengeschichten aufgerollt, sie handeln unter anderem von jahrelanger Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, Drogen- und Medikamentensucht, Missbrauch. Mit dem getöteten, halb verbrannten Mädchen, Camio, kommen die Trulys ins Spiel: Matriarchin Miranda, deren Mann Walt sich längst totgesoffen hat, acht Kinder, die ihrerseits bereits Kinder haben. Der ermordete Teenager war eine Tochter Shawnas, diese ist verheiratet mit Clark Truly und wird von der Familie schikaniert und kleingehalten. Ihr Schutzpanzer ist die Gleichgültigkeit. Chief Carnahan beißt sich die Zähne aus, begreift irgendwann, dass Shawna frei ist, „weil sie sich aus nichts mehr etwas macht“. Tatsächlich? Es geht trostlos zu in Buchanan, aber nicht durchweg. Natürlich gehen die Menschen auch einfach ihrer Arbeit nach, gehen in ihrer Freizeit in die Kneipe, laden Freunde ein. Manche lassen ihre Hunde von der spröden Neely ausbilden, offenbar eine regelrechte Hundeflüsterin – Tawni O’Dell erzählt ganz fabelhaft davon, auch von den Macken der Hundebesitzer. Lakonisch ist der Ton, abgebrüht, gelegentlich auch zynisch; und im Verlauf der Geschehnisse versteht man, dass auch die taffe Dove Carnahan ihrer schönen, sorglosen, die Lover wie die Unterhosen wechselnden Mutter weit mehr nachzutragen hat als die Tatsache, dass sie nach deren Lieblingsseife benannt wurde.

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Kenneth Bonert - Der Anfang einer Zukunft

Kenneth Bonert hat schon mit seinem ersten Roman “Der Löwensucher” sehr beeindruckt. Nun, 60 Jahre später, ist Isaac Helger, der Held des mehrfach preisgekröntem Debütromans, alt geworden und längst fühlt er sich in seiner Wahlheimat Südafrika nur noch bedingt willkommen.
Als Annie, Austauschstudentin aus den USA, bei ihnen einzieht, ändert sich für den jugendlichen Martin Vieles. Es sind nicht nur ihre weiblichen Reize die ihn teenagertypisch komplett verwirren.
Sie öffnet Martin die Augen, er nimmt zum ersten Mal die Gesellschaft der Apartheid richtig wahr: Die junge Frau nimmt ihn mit nach Julius Cäsar, einem Township am Rande von Johannisburg, wo sie an der einzigen Schule vor Ort als Lehrerin auf Zeit arbeitet. Martin sieht, unter welchen Bedingungen große Teile der Nicht-weißen-Bevölkerung leben, er ist beeindruckt und erschreckt zugleich.
Martin muss sich entscheiden, auf welcher Seite er steht. Diese Spannung überträgt Kenneth Bonert sehr treffend und glaubwürdig in seinen Roman.
Bonert schildert ein Land am Rande des Abgrunds. Er ist ein genauer Beobachter, er kennt aus eigenem Erleben die Zustände in Südafrika vor der Abschaffung der Apartheid, gnadenlos schildert er den Verfall seines Geburtslandes. Und genau das macht seinen Roman so interessant und lesenswert - seine Fähigkeit, diese Kenntnisse zu einem vielschichtigen literarischen Stoff zu verarbeiten.

Ewald Arenz - Alte Sorten

Sally, siebzehn, ist abgehauen. Aus der Klinik, ihr ist alles zuviel. Die Ratschläge, die flehenden Blicke der Eltern, die Ärzte, sie hat keinen Bock mehr, auf niemanden. Wütend trifft sie auf Liss, die allein einen Hof bewirtschaftet und auf dem Feld mit dem Traktor Hilfe braucht.
"'Kannst du eben mit anfassen?' Die Frage war so unvermittelt gekommen, dass Sally zusammenschrak. Dabei war sie völlig ruhig gestellt worden, wie eine echte Frage, ohne Aufforderung. Keine Frage, in der - so wie eigentlich immer - schon ein Befehl steckte. 'Magst du mir nicht ein bisschen helfen?' 'Magst du nicht ein bisschen essen?' 'Magst du mir mal das Wasser reichen?' Das waren die Scheißfragen, auf die man jedes Mal antworten musste: Nein. Mag ich nicht. Ich tu es, weil ihr stärker seid als ich. Weil ihr bestimmen könnt. Weil ihr aus irgendeinem Grund machen könnt, dass ich für euch etwas tun muss. Aber: Nein! Ich mag nicht! Fragt mich doch gar nicht erst! Tut doch nicht so, als könnte ich entscheiden! Befehlt mir einfach. Sagt: Sally, du Scheißmädchen, hilf mir."
Sally ist reserviert, hilft ihr aber. Nach kurzer Zeit schon bemerkt sie, daß Liss anders wirkt, nicht typisch besorgt nachfragt. Eher beiläufig, scheinbar ohne weiteres Interesse, wo Sally herkommt, bietet sie ihr an, die Nacht im Haus zu verbringen. Als sie am nächsten Morgen in die Küche kommt, ist Liss schon unterwegs, doch etwas geschnittenes Obst liegt für Sie bereit. Verstohlen probiert Sally etwas davon und legt es ebenso schnell zurück. Doch niemand zwingt sie hier.
Die Geschichte ist nicht neu, doch der Ton und die leise Art und schöne Sprache sind besonders. In wechselnden Perspektiven erzählt Ewald Arenz von zwei Einzelgängerinnen, die sich gemeinsam wieder dem Leben stellen werden.

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Dror Mishani - Drei

Dror Mishani hat einen neuen Roman geschrieben: „Drei“. Dieses Buch ist voller unerwarteter Wendungen und Entwicklungen, spielt in Tel Aviv und wird aus der Sicht von drei Frauen erzählt: Orna, Emilia und Ella führen drei völlig unterschiedliche Leben. Orna ist gerade frisch geschieden, alleinerziehend und fühlt sich einsam. Emilia ist noch neu in Israel. Sie arbeitet unter prekären Bedingungen in dem fremden Land, versteht kaum die Sprache und sucht ein Zuhause. Und dann ist da noch Ella, die regelmäßig vor ihren drei Kindern in ein Café flüchtet. So unterschiedlich die drei Frauen auch sind, haben sie bald doch eine Gemeinsamkeit: Sie lernen auf unterschiedliche Weise den gleichen Mann kennen. Auf den ersten Blick scheint er der sympathische Unbekannte zu sein, aber vielleicht täuscht dieser Eindruck auch nur allzu sehr.
Bei „Drei” handelt es sich um eine überraschende Geschichte, die bis zum Schluss sehr spannend erzählt wird. Außerdem überzeugt das Buch durch sorgfältig ausgearbeitete Figuren. Das Buch bedeutet für Mishani ein literarisches Abenteuer - aber auch „eine Kampfansage gegen die Normalisierung von Tod und Gewalt."

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Elif Shafak - Unerhörte Stimmen

Leila wurde ermordet. Auf einer Müllkippe abgeladen, erinnert sich ihr Gehirn in den letzten Minuten an ihr Leben und die Begegnungen mi den fünf Menschen, die sie begleitet haben. Sie wird als Tochter der Zweitfrau ihres Vaters in einem kleinen türkischen Dorf geboren. Der streng religiöse Vater bestimmt, daß sie als Tochter der ersten Frau aufwächst und sie lernt ihre richtige Mutter nur als Tante kennen, die unterdrückt lebt und das Haus nicht verlassen darf. Leilas Kindheit ist geprägt von Doppelmoral und Gewalt. Sie geht nach Istanbul und hofft dort die Freiheit zu finden, sich ein Leben aufzubauen. Doch auch hier erfährt sie Gewalt. Sie wird zur Prostitution gezwungen und lebt einige Jahre in einer Parallelwelt, geächtet und ohne Chancen, etwas zu verändern. Sie erzählt von den Freundschaften, die sie dort schließt und die zu ihrer Familie werden. Fünf Menschen und fünf Lebensgeschichten erzählen verwoben mit den politischen und geschichtlichen Ereignissen in der Türkei von den Aussenseitern der türkischen Gesellschaft.
"Leila besass fünf Freunde … mehr als genug für ein Leben. Wem das nicht ausreichte, der riskierte die Freunde, die er bereits besass.”
Für mich ist „Unerhörte Stimmen“ eines der besten Bücher, das ich in in diesem Jahr gelesen habe. Die Figur von Leila ist sehr liebenswert und auch die Geschichten über die Anfänge ihrer Freundschaften haben lange in mir nachgewirkt.

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Sissel-Jo Gazan -
Was du von mir wissen sollst

Rosa wächst in den achtziger Jahren in Aarhus auf. Sie lebt mit ihrer Hippie-Mutter Helle und dem schwulen Künstler Krudt, der ihr Ersatzvater ist, zusammen und hat keine Ahnung, wer ihr leiblicher Vater sein könnte. Doch da sie ja Krudt hat und ein abwechslungsreiches Leben führt zwischen Schule, Besuchen bei der poesieliebenden, ihr Pablo Neruda zitierenden Großmutter und den politischen Aktivitäten ihrer Mutter, quält die Frage sie auch nicht allzu sehr. Sie geht in der benachbarten Kommune ein und aus und entdeckt schon früh ihre Leidenschaft für die in Aarhus gerade beginnende Street-Art Bewegung.
Zwanzig Jahre später arbeitet sie an der Kunsthochschule von Aarhus und hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Um ihre Doktorarbeit zu schreiben, reist sie auf den Spuren des Street-Art-Künstlers INKAP nach Berlin und hofft dabei, auch dem Geheimnis um ihren leiblichen Vater näher zu kommen... Sissel-Jo Gazan ist ein bewegender Roman über Familiengeheimnisse, Freundschaft, Liebe und Street-Art gelungen, spannend und vielschichtig.

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Kristin Höller - Schöner als überall

Es fängt an wie eine kleine Geschichte und plustert sich auch nie zum großen Drama auf. Martin und vor allem Noah klauen in sommerlicher Partylaune den Speer der Athene vom Münchner Königsplatz, und weil sie nicht wissen, wohin mit ihrer Trophäe, fahren sie spontan nach Hause, sechshundert Kilometer in das Kaff im Rheinland, von wo sie vor zwei Jahren auszogen.
Noah ist seit Kindertagen der beste Freund von Martin, auch weil der ihn an seinem privilegierten upper-class-Leben teilhaben liess, aber jetzt steht der Speer zwischen ihnen. Bei Martin ist immer alles komplizierter. Er kommt aus einer eher kleinbürgerlichen Familie, für deren Spießigkeit er sich schämt, und ist so durchschnittlich, dass es ihm selbst wehtut. Als Noah das blöde Ding in der örtlichen Kiesgrube entsorgt und nun um sein bisschen Film-Karriere zittert, weil die Sache ja auffliegen könnte, ist der sonst so stille und demütige Martin außer sich: Wollten sie nicht immer anders als ihre Eltern sein, mutiger, freier, wahrhaftiger? Und jetzt denkt dieser Egoist nur an seinen lächerlichen Ruf als C-Promi. Martins große Liebe, die direkte, umwerfende Maria alias Mugo (wie "Mutter Gottes"), ist auch überraschend zurück, wohnt wieder im Plattenbau und jobbt in der Tankstelle, Mugo, das unversöhnliche wütende Energiebündel. Sie konnte Noah noch nie ausstehen. Und Martins Zuneigung flammt wieder auf, wenn er mit ihr wie früher auf dem Dach des Regionalbahnhofs sitzt, wo sogar das Hässliche schön wird.
Sie sind alle wieder da, als ob sie sich kurz ausruhen wollen, festhalten an den alten Ichs … "Schöner als überall" ist nicht nur eine kleine Erzählung über Weggehen, Heimkehren und den Abschied von der Kindheit. In diesem beeindruckenden Romandebüt steckt so viel Zartheit, Wahrheit und gar poetische Originalität, ein eigenwilliger, kunstvoller Stil - hier trockener Witz, dort treffliche, nachdenkliche Erkenntnis.

Und einige Tipps für unsere jungen Leserinnen und Leser

Kathrin Schrocke - Immer kommt mir das Leben dazwischen

Karls Opa ist gestorben. Nun erscheint er ihm im Traum und empfiehlt ihm, die Schule zu schmeissen und Youtube Star zu werden. Was den dreizehnjährigen Karl mit einem Grinsen aufwachen lässt, findet seine Mutter nicht besonders lustig. Sie ist Neurowissenschaftlerin und hält nicht viel von der spirituellen Berufsberatung aus dem Jenseits. Sie erklärt Karl, dass ihm der Großvater vermutlich während der REM-Phase erschienen ist und dies zur Verarbeitung der Trauer um den geliebten Opa beiträgt. Karl ist sich da nicht so sicher. Aber dem schlagenden Argument der Mutter, dass sich der Großvater als erstes bei ihm erkundigt hätte, wie es der Oma geht, hat er nichts entgegen zu setzen. Youtube-Star zu werden und damit seiner heimlichen Liebe Irina Palowski zu imponieren, das findet Karl aber weiterhin eine ausgezeichnete Idee.
Zur Oma hat Karl keinen besonderen Draht, doch als diese der Familie überraschend verkündet, dass sie gerne in ein Wohnprojekt ziehen möchte, weckt sie sein Interesse. Will Oma wirklich in das, vor einem halben Jahr neu gegründete Mehrgenerationenhaus „Fidibus” ziehen? Karl besucht seine Oma in ihrer Wohnung und bietet ihr seine Hilfe an, um ein heimliches Probewohnen im Haus „Fidibus” zu ermöglichen. Und auf einmal entdeckt Karl, dass es noch andere Mädchen auf der Welt gibt ausser Irina Palowski… Doch nicht nur Karls Welt steht Kopf, auch seine Eltern beginnen sich merkwürdig zu verhalten.
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Lena Hach / Katja Berlin - Grüne Gurken

Lotte ist gerade mit ihren Eltern nach Berlin Kreuzberg gezogen und hat das Gefühl, dass Berlin sie nicht leiden kann. Ihr bisheriges Leben ist durch den Umzug so ziemlich auf den Kopf gestellt worden und sie hat Sehnsucht nach „zu Hause“, dem kleinen Kaff in Hessen. Noch sind Sommerferien, doch die Eltern arbeiten bereits in ihren neuen Jobs: die Mutter als Ärztin in einer Super-Klinik (Grund für den Umzug) und der Vater als Physik-Nerd in einem Institut. Überhaupt sind alle in Lottes Familie überdurchschnittlich clever. Lotte aber ist unsportlich, tolpatschig und verheimlicht ihren IQ. Dafür sitzt sie in ihrer freien Zeit lieber zu Hause und zeichnet Graphiken. Fest steht für Lotte auch, dass Berlin einen schlechten Einfluss auf sie hat und sie sich hier noch ungeschickter anstellt als in ihrem Heimatdorf.
Eines Nachmittags verbringt sie ihre Zeit wieder einmal alleine in der großen Altbauwohnung und bekommt ein plötzliches Verlangen nach Milchreis.
Da der Kühlschrank nichts weiter hergibt, macht sie sich auf den Weg zum Späti auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Das Chaos beginnt? Nein, der gigantisch große und breitschultrige Typ, der hinter dem Tresen steht, engagiert sie - das Mantelmädchen - kurzerhand vom Fleck weg, damit sie ihn in seinem Kiosk vertreten kann. Nachdem er ihr die wichtigsten drei Regeln für das Geschäft erklärt hat, ist er verschwunden und die schüchterne Lotte steht mit vielen Kunden alleine im Späti, der vieles im Angebot hat, aber keinen Milchreis. Das Abenteuer beginnt und Lotte kann sich auf einmal vorstellen, dass ein Leben in Berlin möglich ist.
Das Buch „Grüne Gurken“ wurde gerade mit dem Leipziger Lesekompass ausgezeichnet.
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Im Nachgang zu schon beschriebenden ersten Bänden:

Christelle Dabos - Die Spiegelreisende
Band 2: Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast
geb., Insel 2019, 613 S., 18,00 €, ISBN: 978-3-458-17826-2
(erschienen am 27.07.2019)

Band 3: Das Gedächtnis von Babel
geb., Insel 2019, 520 S., 18,00 €, ISBN: 978-3458178279
(erscheint am 17.11.2019)



Catherine Doyle – Sturmwächter
2: Die Magie von Arranmore
geb., Oetinger 2019, 304 S., 16,00 €, ISBN: 978-3789113437
(erschienen am 23.09.2019)